Der Organist stellt am Spieltisch ein, welches oder welche Register er spielen will. Durch den Tastendruck öffnet er eine kleine Klappe, die unter der gewünschten Orgelpfeife sitzt und die Luft kann durch die Pfeife blasen und den Ton zustande bringen. Unsere Orgel hat zwei Tastaturen für die Hände und ein Pedal für die Füße. Zu jedem Manual gehören drei Register, zum Pedal zwei.
Ende
Januar 1957 begann die Firma Kemper mit dem Einbau. Die Teile waren
vorher in der Werkstatt der Firma Kemper in Lübeck gefertigt
worden. Der Umbau der Orgelempore und der Einbau der Orgel zogen sich
hin, sodass die neue Orgel erst dreiviertel Jahre nach dem
ursprünglichen Plan in Dienst genommen werden konnte. Am Sonntag,
den 16.3,1958 war es dann soweit. Der Superintendent, Dr. Fritz
Viering, hielt den Gottesdienst.. Kantor Adolf Weyand, der
Kreiskirchenmusikwart und Organist an der Pauluskirche in Hamm,
brachte als erster die Orgel zum Klingen. Er zeigte, was das neue
Instrument zu Gottes Lob hergab.
Am Nachmittag gab dann der Heinrich Schütz Kreis, ein von Adolf Weyand geleiteter Auswahlchor, ein Konzert. Unser eigener Kirchenchor konnte wohl schon im Gottesdienst Choräle singen. Zu einem Konzertprogramm reichte es noch nicht
966 räumte Karl-Heinz Stehling die Orgelbank. An seiner Stelle spielte Frau Trappmann aus der Mark. Beschwerlich war, dass sie kein Auto hatte. So früh fuhr auch kein Bus. So musste ich sie zum Dienst morgens abholen und mittags zurückbringen. Frau Trappmann heiratete 1969 und wollte bei uns aufhören. Eine Kindergärtnerin, die gerade geheiratet hatte, Helga Neumann, zog mit ihrem Mann nach Werries. Sie übernahm am 1.12.1969 den Orgeldienst und versieht ihn noch heute.
Die Gemeinde war voller Freude, dass nun nach zwei Fehlstarts ein Traum wahr geworden war. Gottes Wort können Christen an allen Orten miteinander hören. Sie können sich überall zur Feier des Heiligen Mahls und zum gemeinsamen Gebet treffen. Der Herr sagt: „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, bin ich bei ihnen!“ Doch, wenn eine Gemeinde dazu ein so schönes Gebäude geschenkt bekommt, freut sie sich und ist sehr dankbar.
Das Gebäude hatte alles in allem, ohne die Einrichtung, 183000.- DM gekostet.
Das neue Gebäude machte auch hinterher noch den Verantwortlichen in der Gemeinde mancherlei Kopfschmerzen. Die Mängel, die diese Kopfschmerzen verursachten, hätte man zum Teil vorhersehen können.
Schon
im ersten Winter stand die Heizung unter Wasser. Das Regenwasser
wurde in einen verrohrten Abwassergraben abgeleitet. Dieser Graben
lag am Südrand des Kirchgrundstückes. Er nahm das Wasser von der
Schäferstrasse, der Braamer Strasse und auch unseres Grundstückes
auf. Der Graben war unter der Braamer Strasse und entlang unseres
Grundstückes verrohrt. Davor und dahinter war er offen. Als der
Pächter von Sträters Kotten für seine Enten an diesem Graben
einen Teich anstaute, ahnte er nicht, dass er damit der Kirche die
Heizung löschte. Auch später noch, wenn Geithe und Ahse
Hochwasser hatten, passierte dasselbe. Erst als dann der Ort eine
neue Kanalisation erhielt, konnte man das Regenwasser dort einleiten
und die Heizung und der Strom für Kirche und Glocken konnten
ganzjährig im Dienst bleiben.